Siedlungsgeschichte |
| Die
Gemeinde Sennewitz befindet sich in ihrer gesamten Ausdehnung auf einem
schon in vorgeschichtlicher Zeit dicht besiedelten Gebiet. Es kann von
einer seit der Jungsteinzeit (ca. 4500 Jahre v. Chr.) ununterbrochenen,
wenn auch wechselnden Besiedlung ausgegangen werden. Davon zeugen zahlreiche
Funde, auf dem Gebiet der Gemeinde.
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 Slawen
(Sorben) haben sich seit Beginn des 6. Jahrhunderts in diesem Gebiet
niedergelassen. Die Besiedlung erfolgte durch die Inbesitznahme von
Weideflächen, Fisch- und Jagdgründen. In einem vielfältigen
Baum- und Buschbestand gab es einen großen Reichtum an jagdbaren
Getier. Die wichtigen Standortfaktoren Wald, Wasser und Wiese bot der
Ort überreichlich. |
| Der
Name Sennewitz beruht auf dem altsorbischen Senovici und bezieht sich
auf den Führer einer Sippe oder Familie namens Seno (patronymische
Namensgebung). Die Slawen bildeten kleine Stammbezirke, die Sennewitzer
Siedlungen (Kynitz, Penkau, Sennewitz, Döckritz) gehörten zum
pagus Neletici. Mit der Errichtung eines ostfränkischen Reiches unter
Heinrich I. leisteten die slawischen Bauern Abgaben und Dienste an einen
Grundherrn, wurden allmählich christianisiert und dabei assimiliert. |
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 Die
Siedlungen der heutigen Gemeinde kamen 968 an das neugegründete
Erzbistum Magdeburg und blieben dort bis 1680. Im 12./13. Jahrhundert
erhielten niederländisch-deutsche Kolonisatoren Ackerland und ließen
sich neben der sorbischen Dorfbevölkerung nieder. Die Mehrzahl
scheint aus den Niederlanden und Brabant gekommen zu sein, sie wurden
zusammenfassend als Flamen bezeichnet. |
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| 1182
wird urkundlich Teckeritz erwähnt, eine Siedlung im heutigen Sennewitz,
womit die Ersterwähnung der Gemeinde erfolgte. Der Ort wird später
auch als Deckritz, Döckritz, Teckritz o. Ä. bezeichnet und existiert
nicht mehr (Wüstung). Er breitete sich südlich des heutigen
Döckritzangers über die B 6 hinaus bis fast an die Saale aus.
Der gegenwärtige Sennewitzer Ortsteil Döckritz liegt nur auf
einem kleinen Teil der ersten Ansiedlung gleichen Namens. |
| In
den Kriegen des 16. - 18. Jahrhunderts litt Sennewitz sehr unter
wechselnden Besatzungen, die das Leben der Einwohner und die Entwicklung
des Ortes stark behinderten. |
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 Als
das Erzbistum Magdeburg 1680 an das Kurfürstentum Brandenburg
überging, fiel Sennewitz an den preußischen Staat und
blieb dort bis 1947. Die damalige Wirtschaftspolitik führte
zur erneuten Ansiedlung von Kolonisatoren in Sennewitz, was 1780
u. a. zur Gründung des Vorortes Dreckente (ursprünglich
Dreckende) mit der heute noch existierenden Gaststätte "Schwarzer
Adler" beitrug. Dreckende ist heute integrierter Bestandteil
des Ortes. |
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Im
Zuge der industriellen Entwicklung des 19. Jahrhunderts entwickelten
sich in Sennewitz eine Fabrik zur Produktion von Wasserglas und
anderen chemischen Produkten (um 1860-1927), eine Braunkohlengrube
im heutigen Ortsteil Grube Ferdinande (1845-1932) und eine Ziegelei
(1873-1958) als größte Arbeitgeber. Daneben existierten
kleinere Industrie- und Gewerbeeinrichtungen sowie landwirtschaftliche
Betriebe. Die wirtschaftliche Entwicklung führte zu einem deutlichen
Bevölkerungswachstum und zur Ausdehnung der besiedelten Fläche
durch Wohnungsbau. Insbesondere in der Weimarer Republik, in der
Mitte der 30er-Jahre und in den 70er- wie 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts
wurde der Wohnungsbestand durch gemeindeeigene Wohnungen und Neubaublöcke
wie private Einfamilienhäuser in z. T. geschlossenen Siedlungen
erhöht.
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| Einen
starken Einwohnerzuwachs gab es erneut nach dem Ende der DDR durch
den verstärkten Hausbau, insbesondere in der Siedlung "Lehmbergfeld". |
| In
diese Zeit fallen auch eine Reihe gewerblicher Neuansiedlungen,
die Sennewitz nicht nur zum bevorzugten Wohnstandort machen, sondern
auch zeigen, wie stark Handwerk, Gewerbe und Dienstleistungen in
der Gemeinde vertreten sind und sich dabei problemlos in die historisch
gewachsene Siedlungsstruktur einfügen. |
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