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Der
Namenspatron |
Der romanische Taufstein ist wohl älter als die Kirche selbst. Wahrscheinlich diente er schon im 10. Jahrhundert zur Christianisierung der Slawen. Die Köpfe der Erwachsenen und Kinder tauchte man damals vollständig in das Tauchbecken ein.Um den Taufstein nicht weiter den aggressiven Umwelteinflüssen auszusetzen, wurde er 1983 in das Erdgeschoß des Turmes gebracht.
Um 1200 wurde
die Kirche in der Nähe einer slawischen Kultstätte (Teufelsstein)
von flämischen Kolonisatoren angelegt. Sie unterstand dem Kloster Neuwerk
vor den Toren von Halle. Jährlich mußten Holz, Getreide und Wacholderbeeren(für
Weihrauch) als Abgaben geleistet werden.
1367 schenkten Hans und Volkmar von Gutenberg dem Pfarrhof Land. Die Kirche
von Sennewitz soll weit über 200 Morgen Land besessen haben. Von der Pfännerschaft
im Tal zu Halle erhielt sie außerdem für eine große Nicolauskerze
jedes Jahr ca. 20 Pfund Wachs, das in einer feierlichen Prozession nach Sennewitz
geführt wurde.
Im Zuge der Reformation erfolgte um 1550 der Verkauf des Kircheneigentums. Von
dem großen Ackerbesitz blieben nur 16 ½ Morgen (41.250m²)
übrig.
Während
des Dreißigjährigen Krieges verarmte die Gemeinde so stark, daß
sie das baufällige Kirchendach nicht reparieren konnte. Erst 1670 wurden
größere Reparaturen und Umbauten vorgenommen.
In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der alte Baukörper abgerissen.
Die Umgestaltung der Kirche zur jetzigen Form erfolgte in der 1. Hälfte
des 19. Jahrhunderts.
1895 beschloß der Gemeindekirchenrat das Anbringen von Namensschildern
an den Kirchensitzen, welche von den betreffenden Personen gemietet werden mußten.
Die Kosten für die Schilder trug der Mieter selbst.
Im November 1919 wurde in der Kirche eingebrochen und 2 Altarleuchter, 1 Altardecke,
3 Teppiche und 1 Talar gestohlen.
Die Leuchter fand man nach einigen Tagen unter einer Brücke am damaligen
Gasthaus " Zum Schwan " (an der heutigen B 6), von den Tätern
fehlte jede Spur.
1997/98 konnte der Kirchturm einschließlich des Portals erneuert sowie
ein neues Kreuz mit einer neuen Turmkugel angebracht werden. Zahlreiche Geld-
und Sachspenden halfen dabei.
Seit der Renovierung werden die Glocken elektrisch geläutet. zurück
Der
älteste erhaltene Teil ist der 8,30 m breite und 5,30 m lange Turm. Er
ist rechteckig, aus Porphyrmauerwerk und Sandsteinquadern gebaut und bis zu
einer Höhe von ca. 9 m in alter Form erhalten.
Etwa 1840 wurde er durch einen quadratischen Aufbau aus Ziegelmauerwerk aufgestockt.
Dieser ist schiefergedeckt, besitzt Schallarkaden in alle Himmelsrichtungen
und ist mit einer schlanken Laterna sowie einem spitzen Helm mit Turmkugel und
Turmkreuz versehen. Das Westportal in romanischer Nachbildung stammt ebenfalls
aus dieser Zeit.
Das rechteckige Kirchenschiff mit ziegelgedecktem Satteldach ist 16,90 m lang
und genauso breit wie der Turm. Es besteht aus Porphyr und ist verputzt. An
der Nordseite befinden sich drei, an der Südseite vier blankverglaste Fenster.
Das Fenster an der Ostseite ist buntverglast (Kreuzigungsdarstellung). Es wurde
von Gottlieb Hädicke gestiftet.
Der einfache Saalraum besitzt als Gewölbe eine geputzte Hohltonne. Die
aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammende Innenausstattung besteht aus dem
zweireihigem Gestühl, der Hufeisenempore, Taufe und Kanzel sowie dem Altar.
Einzig zwei barocke Altarleuchter sind aus früheren Zeiten erhalten geblieben.
1697
ließ man durch Johann Jakob Hoffmann in Halle eine 16 Zentner schwere
Glocke gießen, die einen Durchmesser von 1,03 m hat. Sie trägt oben
die Innenschrift
Mein Klang Dich rufe zum Kirchengang,
Merk's Gott danks, singe Lobgesang.
Am unteren Rand steht:
Goß mich Johann Hoffmann Halle/Saale, 1697
Diese Glocke befindet sich noch heute auf dem Turm der Sennewitzer Kirche.
Ursprünglich befanden sich drei Glocken im Turm. Im Ersten Weltkrieg mußten
die zwei kleineren Glocken (Durchmesser 0,87 m und 0,61 m) sowie der Orgelprospekt
zum Einschmelzen abgeliefert wird.
1755 bekam die Kirche eine Orgel. Diese wurde 1892 durch die jetzige Orgel, gebaut von Wilhelm Rühlmann in Zörbig, ersetzt. Die Kosten betrugen 4.047 Mark. Dazu spendete die Aktienziegelei 1.000 Mark und Gottlieb Hädicke 300 Mark.